Ratgeber
Seidenkrawatte erkennen: woran man Qualität sieht
Was eine handgenähte Jacquard-Seidenkrawatte von einer industriell gefertigten unterscheidet — und wie man das ohne Fachwissen prüft.
Gewebt oder gedruckt
Bei einer gedruckten Krawatte liegt das Muster auf dem Stoff; die Rückseite ist blass oder weiss. Bei einer jacquardgewebten Krawatte ist das Dessin Teil des Gewebes — man sieht es auf der Rückseite spiegelverkehrt, aber vollständig.
Daraus folgt der praktische Unterschied: Ein gewebtes Muster kann nicht abgerieben werden, ein gedrucktes mit der Zeit schon.
Der Faden im Inneren
Öffnet man die Rückseite einer Krawatte, läuft an der Naht ein einzelner Faden von oben nach unten. Er ist nicht straff gespannt, sondern hat eine kleine Schlaufe — die Fadenreserve.
Sie erlaubt der Krawatte, sich beim Binden zu dehnen und danach wieder in Form zu gehen. Fehlt sie oder ist der Faden verklebt, verzieht sich die Krawatte nach wenigen Malen dauerhaft.
Der Falltest
Hält man eine Krawatte am schmalen Ende locker in der Luft, sollte sie gerade herunterhängen und leicht pendeln. Dreht sie sich spiralig ein, ist der Zuschnitt nicht im 45-Grad-Winkel zum Fadenlauf erfolgt — der häufigste Fehler bei billiger Fertigung.
Dieser Test funktioniert unabhängig vom Material und ist der aussagekräftigste, den man ohne Werkzeug machen kann.
Was Seide fühlt
Seide ist bei Berührung zunächst kühl und erwärmt sich dann schnell auf Hautwärme. Kunstfaser bleibt kühl oder fühlt sich sofort neutral an.
Alle Krawatten in diesem Sortiment sind aus 100 % Seide, jacquardgewebt und vollständig von Hand gefertigt.